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Mein Name ist Anja Benjemia, meine Berufung ist Coaching & Organisationsentwicklung. Menschen zu begleiten wertvolle nächste Schritte zu gehen, ihren eigenen Sinn fürs Leben zu finden und ihr ganz Eigenes in die Welt tragen zu können, dafür brenne ich. Ich lebe mit meinem Mann in einem Hausteil mit Garten im wunderschönen Seegräben. Ich liebe es in der Natur zu sein und spaziere sehr gerne mit Freunden wie auch im Rahmen von Coachings um den Pfäffikersee wo wir genügend Zeit haben für vertiefende Gespräche über existentielle Themen. Auch liebe ich es mein eigenes Gemüse & Früchte auf der Basis von Permakultur anzupflanzen und lerne jedes Jahr neues dazu.

Im Jahr 2006 durfte ich die Zi Ran Wu Yi Kung Fu Schule. Durch Richard der Kung-Fu Meister unserer Schule habe ich gelernt was es wirklich bedeutet Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und kam in Kontakt mit „Zi Ran“ meinem natürlichen Selbst wodurch mein Wunsch nach innen zu schauen sich so stark weiterentwickelte, dass ich den buddhistischen Kultivierungsweg Falun Gong kennenlernen durfte. Ich bin unbeschreiblich dankbar für alles was ich in der Kung Fu Schule seither lernen durfte. Ende 2008 habe ich hierzu einen Erfahrungsbericht verfasst, welchen ich heute gerne noch selber lese da er mich immer wieder an meine ersten und grundsätzlichen Erfahrungen erinnert, die für mich bis heute von Bedeutung sind. Gerne teile ich mit euch diesen Erfahrungsbericht:

Erfahrungsbericht

Seit ich zehn Jahre alt bin interessiere ich mich für Kampfkunst, vor allem für asiatische Kampfkunststile. Meine ersten praktischen Erfahrungen machte ich im Karate, das mir aber gar nicht gefiel. Nach einem halben Jahr konnte ich ein Kata und bekam den gelben Gürtel, ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ich viel mehr über die Kunst des Kampfes erfahren hatte. Darum beendete ich daraufhin das Training. Von diesem Moment an entschloss ich für mich, dass es unmöglich ist in der Schweiz die wahre Weisheit der Kampfkunst kennen zu lernen. Ich entschied sobald es möglich ist nach Asien zu reisen und dort Unterricht zu nehmen(vor dem Film Kill Bill :-)).  Einige Jahre später probierte ich es dann mit Kickboxen wo ich aber nur 2mal war, es war jedenfalls ein hartes Training aber es entsprach nicht meinen Anforderungen an Kampfkunst.

Was waren denn überhaupt meine Anforderungen?

Es war mir nicht nur wichtig mich und andere verteidigen zu können, sondern dies auch effektiv, da für mich rohe Gewalt etwas abschätziges ist, wollte ich eine Kampfkunst lernen bei der man so gut wie möglich keine Gewalt anwenden muss, sondern dem Gegner effektiv ausweichen kann und wenn möglich noch seine Gewalt gegen ihn selbst richtet. Auch war ich davon überzeugt, dass Formen lernen alleine mich niemals zu diesem Ziel bringen würde, ich wusste dass dahinter eine grosse Weisheit stecken muss, auch wie man die Kraft aus sich selbst rausholen kann. Jeder hat sicher schon gehört dass man in brenzligen Situationen abnormale Kräfte entwickeln kann, somit war mir klar dass die Kraft in jedem vorhanden sein muss, man muss diese nur finden.

Durch meine Mutter lernte ich das Zi Ran Wu Yi Kung Fu kennen. Damit hatte ich eine Kampfkunstschule gefunden die meinen Anforderungen entsprach, sie sogar noch übertraf. (in der Schweiz 🙂 )

Was ist das besondere an dieser Schule?

Wie Zi Ran schon sagt: natürliches Selbst, geht es darum, dass die Kampfkunst von Innen und nicht von Aussen kommt. Es geht darum für sich selbst zu erkennen, wie man sich am besten bewegt. Es wird darauf geachtet, dass man lernt sich Selbst und sein Gegenüber zu spüren. Somit wird gefördert dass man nicht kopiert oder nachahmt sondern selbst erfindet und kreiert.

Wieso ist das so wichtig?

Meiner Meinung nach kann ein Kampfkünstler erst richtig stark und anpassungsfähig sein, wenn er nicht nur von einer einzigen Stilrichtung geprägt ist. Die Vielfalt kann sich erst richtig entwickeln, wenn man ihr die Freiheit dazu lässt. Jeder Mensch ist ein Individuum, denn jeder hat eine einmalige Geschichte, somit führt für jeden ein anderer Weg zum Erfolg. Durch kopieren sperrt man seine eigene Kreativität ein.

Im Zi Ran Wu Yi Kung Fu ist dieser Grundsatz sehr schön vertreten, unser Kung-Fu Meister Richard bringt uns verschiedenste Dinge der Techniken bei, um uns Möglichkeiten und Ansporne zu bieten, er erwartet aber nicht von uns diese auswendig zu lernen, sondern er lässt uns die Wahl ob wir sie erkennen wollen oder nicht. Des Weiteren legt er sehr viel Wert darauf, dass wir uns selbst und unseren Gegner kennen lernen. (z. Bsp. Dadurch dass wir am Anfang meistens einen „Solofight“ hinlegen, oder damit, dass er immer wieder Wert darauf legt zu betonen, dass wir nicht schneller oder langsamer als unser Gegner sein sollen, sondern mit ihm zu assimilieren, was viel schwieriger ist da wir ihn daher spüren lernen müssen und somit auch uns.)

Ein weiterer hoher Grundsatz ist das Wu Wei, was so viel heisst wie ohne Absicht. Ein Wunsch auf einen Sieg oder ein gutes Resultat kann zu Stagnation oder Kontrollverlust führen was das Präsens beeinflusst.

Wie kann das verhindert werden?

Konzentration auf das Hier und Jetzt, die ganze Energie und Freude, in die Tat stecken, nicht in das Resultat. Ruhe, Klarheit und Objektivität bewahren. Im Allgemeinen ist unsere Welt heutzutage viel zu sehr auf das Resultat ausgerichtet, doch das was das Resultat ausmacht ist doch die Tat, nur wird die Tat stark beeinflusst durch diese Ausrichtung, das ständige denken an das Resultat raubt uns die Freiheit während der Tat.

Auch dies ist in Richards Training enthalten, er verwirklicht dies z. Bsp. mit dem Appell an unsere Demut gar nicht erst an einen Sieg oder ein „besser sein“ zu denken sondern dem Gegner demütig gegenüber zu treten. Denn wie sagt er immer so schön, der wirkliche Feind ist jeder für sich selbst und nicht der äussere Gegner, dieser ist nur eine Chance uns selbst besser kennen zu lernen, wofür wir unseren Gegnern eigentlich Dankbar sein sollten.

Was bedeutet überhaupt Kampf?

Kampf bedeutet eine radikale Konfrontation und Auseinandersetzung mit seinen inneren oder äusseren Gegnern. Durch Klarheit und Objektivität (Wu Wei) ist eine rasche Steigerung der Kampfqualität zu erreichen.

Was bedeutet Kunst?

Dies hängt mit der Erkennung seines natürlichen Selbst zusammen (Zi Ran), dadurch kann man einmalige Kunst erschaffen, selbst kreieren.

Was ist dann das besondere an dieser Konstellation Kampf-Kunst?

Man kriegt gleichzeitig zwei Möglichkeiten. Sich mit sich selber radikal zu konfrontieren(Kampf) und sich durch diese Auseinandersetzung mit der nötigen Klarheit zu seinem natürlichen Selbst zurück zu bewegen dadurch wiederum kann man einmalige Kunst erschaffen.

Durch Kampf (aufdecken) und inneres Erkennen (ausdrücken).

All diese Weisheiten die in allen Lebensbereichen anwendbar sind und noch viele mehr, sind in Zi Ran Wu Yi Kung Fu enthalten.

Aus diesen Definitionen resultierend, bin ich schon einige male seit meinem Beginn bei dieser Schule, auf innere Konfrontationen gestossen. Bei dieser Feststellung möchte ich gerne zurückgreifen auf das Zitat von Richard, dass der grösste Feind man selbst sei.

Zuerst erkannte ich einmal, dass darüber zu philosophieren was die perfekte Kampfkunst ist, mich noch lange nicht zu einer Kampfkünstlerin macht, sondern diese Philosophien in die Tat umzusetzen. Abgesehen davon, dass ich das Gefühl hatte immer unglaublich viel anderes tun zu müssen, dass ich dann doch nicht in dieser Zeit, in der das Training stattgefunden hätte, erledigte, lernte ich auch zum ersten Mal so richtig meine eigene Faulheit kennen. Ich neigte dazu etwas schnell aufzugeben da es mich ja überfordern könnte.

Mittlerweilen habe ich aber gemerkt dass genau die Tat mir Kraft gibt und nicht tatenlos vor dem Fernseher zu sitzen was mir Kraft raubt.

Auch, dass ich ein enormes Problem mit Enttäuschungen habe zeigte sich später. Nicht nur, dass ich sehr schnell von mir selbst enttäuscht bin, stört es mich auch gewaltig wenn andere von mir enttäuscht sind oder sein könnten. Das führt bei mir soweit, dass ich mich völlig stagniere und lieber gar nichts mehr gebe, dann kann auch niemand enttäuscht sein. Womit ich natürlich keinen Schritt weiterkomme.

Dem trete ich gegenüber indem ich versuche mich auf den Moment zu konzentrieren, wenn ich alles im Moment gebe kann es keine Enttäuschungen geben. Wenn ich aber an das Resultat denke und daran denke dass es vielleicht nicht genügen könnte steige ich lieber vorher aus.

Der Kampf mit diesen Beispielen ist noch lange nicht gewonnen, und doch würde ich nie zurück wollen, ich bin sogar sehr froh, dass ich ihnen endlich den direkten Kampf anbieten kann. Denn meiner Meinung nach entstehen durch unsere heutigen Verhältnissen in der Schweiz genau solche Probleme die aber schwer zu beseitigen sind, faul zu sein wird uns von allen Seiten nur so vor die Füsse gelegt. Auch das Resultatsdenken wird uns von klein auf eingetrichtert. Mit diesen neuen Erkenntnissen konnte ich endlich unterstreichen, dass dieses Verhalten für mich vor allem schädlich ist und mich noch weiter von mir selbst weg führt.

Meine jetzige Lösung dafür ist negativen Eigenschaften einfach keine Chance mehr zu geben. Diese nicht mehr zu füttern, das heisst eben einfach zu handeln und nicht nur darüber nachdenken was man besser machen könnte, es eben besser machen.

Bruce Lee: action is the relationship to everything

Die Philosophie ist meistens schnell aufgesetzt diese in die Tat umzusetzen das ist die grosse Herausforderung.

Was ist eine Krieger/in?

Eigentlich heisst Krieger/in, das Gute zu beschützen.

Von allen Seiten wird uns gezeigt, dass wir nicht für mehr Zeit haben als uns um uns selber und höchstens noch unsere Familie und Freunde zu kümmern. Dadurch geraten wir aber in eine tragische Tatenlosigkeit und Trägheit die uns nur schadet, es wird uns sicherlich keine zusätzliche Energie gegeben, wir bewegen uns in unserem kleinen Kreis endlos im Kreis.

Eine Kriegerin will diesen Kreis durchbrechen, sie will sich nicht weiter tatenlos fühlen, sie/er schaut all den schrecklichen Dingen ins Auge und kämpft gegen diese an. Durch das durchbrechen dieses inneren Kreises kommt sie in eine neue Welt, mit neuen Dimensionen von Kraft. Durch jede gute Tat wird ihr Kraft gegeben, die Probleme die sich die Menschen so gerne machen legt sie ab, sie nütz ihre Zeit für etwas besseres, für eine bessere Zukunft.

Schon mein ganzes Leben stellte ich alles in Frage, erkannte wie viel schlimmes in dieser Welt existiert, fing an die Menschen, zwangsbedingt mich eingeschlossen, von ganzem Herzen zu hassen, etwas zu ändern dies blieb bei meinen Philosophien. Zum guten Glück habe ich gute Freunde die sich noch ein gutes Herz bewahrt haben und mir so eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.

Mittlerweilen habe ich aber erkannt dass es mehr zu tun gibt, dass es sehr viele eigentlich gute Menschen in dieser Welt gibt, die einfach vergiftet. Dies zu verändern, meinen Beitrag dazu zu leisten, ist nun mein Wunsch. Nur schon dadurch die Wahrheit über die schrecklichen Dinge die auf unserem Planeten geschehen, ans Licht zu bringen, bringen uns in eine bessere Zukunft.

Warum? Zum Glück gibt es ja z. Bsp. internationale Menschenrechte die eingehalten werden müssten, es aber nicht werden. Dadurch dass man diese Verstösse in die Medien bringt, können sie so nicht weiter toleriert werden, denn alle wissen jetzt davon, darauf muss eine Änderung vorgenommen werden. (Bsp. Burma)

Somit kann man mindestens mal die schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen auf diesem Planeten angehen, z. Bsp. in China (grösste Angst Medien; haben strenge Medienzensur).

Das zu meinem Erfahrungsbericht und meinen Erkenntnissen, ich hoffe ihr konntet vom einen oder anderen profitieren.

14.12.2008